



Atsukos
Bericht von der Rumänienreise 2004
07.09.
2004 in Cluj-Napoca (Klausenburg)
Ich bin am
07.09. in Cluj-Napoca angekommen.
Im 11. Jahrhundert kamen viele
Deutschen in diese Stadt, um „Gildo“ zu bauen. Es gibt
deshalb viele schöne, deutsche Häuser im Zentrum von Cluj,
der deutsche Name lautet „Klausenburg“. Es gibt 350.000
Einwohner, wovon 20% Ugarn sind. Cluj ist die drittgrößte
Stadt Rumäniens und auch eine wichtige Universitätsstadt in
Rumänien.
08.09.-10.09. 2004
Albesti
Albesti ist ein kleines, sehr schönes
Dorf am Berg, welches zwischen Bukarest und Brascov liegt. Es gibt
dort ein Christliches Erziehungszentrum der „Rumänischen
Evangelikalen Kirche“.
Ich habe mit 2 Missionarsehepaaren
(Katsu und seine Frau Kayoko, Yuzuru und seine Frau Ida) an einer
Freizeit mit 45 Jugendlichen teilgenommen. Vieler dieser Jugendlichen
sind Kinder von Familien der „Rumänischen Evangelikalen
Kirche“. Es gibt natürlich Kinder, die gläubig und
welche, die nicht gläubig sind. Aber durch diese Freizeiten
kommen immer ein paar nichtgläubige Kinder zum Glauben.
Ich
habe dort musikalisch gedient und hatte eine so tolle Zeit mit
ihnen.
„Rumänische Evangelische Kirche“
„Rumänische Evangelische Kirche“ ist eine
Denomination, die Anfang des 20. Jahrhundert von konvertierten
Christen der rumänischen Orthodoxen Kirche gegründet wurde.
Heute gibt es 250 Gemeinden davon in Rumänien.
Die
Geschichte dieser Denomination:
Ein rumänischer
orthodoxer Priester, der Dumitru Cornilescu hieß, wollte die
Bibel neu übersetzen, damit man sie einfacher lesen und
verstehen könnte. Er fing 1916 an, zu übersetzen. Aber
dadurch zeigte Gott ihm klar, dass er ein Sünder ist und Buße
tun solle. So tat Cornilescu vor Gott tief Buße. Danach wurden
Cornilescus Predigten ganz anders. Viele Menschen taten Buße,
als sie Predigten von ihm hörten. In dieser Zeit gab es auch
einen orthodoxen Priester, der Teodor Popescu hieß. Als seine
Frau starb, wusste Popescu nicht, ob seine Frau in den Himmel
gegangen war oder nicht. Daraufhin ging Popescu zu Cornilescu, um mit
ihm darüber zu reden. Als Popescu Cornilescus Predigt hörte,
wurde Popescu sehr berührt. So fing Popescu an, wie Cornilescu
zu predigen. Aber es weinte weder jemand, noch kehrte sich jemand zum
Herrn. Popescu fragte dann Cornilescu: „Ich predige genauso wie
Sie. Aber wieso weint niemand, noch kehrt sich jemand zum Herrn wie
bei Ihnen?“. Cornilescu antwortete: „Lieber Popescu, Sie
müssen zuerst vor Gott Ihre Sünde bekennen.“
Danach
kamen viele Leute durch Popescus Predigten zur wahren Umkehr zum
Herrn. Von solchen konvertierten Ex-Orthodoxen wurde die Rumänische
Evangelische Kirche gegründet. Aber Cornilescu wurde 1926 von
Rumänien ausgewiesen und ging in die Schweiz. Danach konnte er
nicht mehr nach Rumänien zurückkehren, bis zu seinem Tode.
Aber später fingen alle Gemeinden in Rumänien an, die Bibel
in der Übersetzung Cornilescus zu benutzen. Cornilescus
Übersetzung ist sehr einfach und poetisch. Bis heute erschien
keine bessere Übersetzung als Cornilescus auf Rumänisch.
An
der Jugendfreizeit nahm ein Mädchen mit Namen Dorina teil. Sie
ist ein Waisenkind. Nach der Schule wollte sie studieren. Aber sie
hatte kein Geld. Sie versuchte mit dem Direktor der Universität
zu sprechen. Der Direktor sagte ihr: „Sie brauchen nichts
bezahlen. Studieren Sie hier.“ So ist sie jetzt Studentin. Sie
hat letztes Jahr zum ersten Mal bei der Freizeit hier teilgenommen
und hat Jesus angenommen. Sie möchte nun für Gott arbeiten,
nachdem ihr Studium fertig ist.
10.09.-11.09.
2004 in Hunedoara
Nachdem wir uns fast mit Tränen
von den Jugendlichen in Albesti verabschiedet hatten, fuhren wir nach
Hunedoara, wo wir ein Waisenkinderheim besuchen wollten.
Als wir
in die Stadt Hunedoara reinkamen, sahen wir so viele alte Wohnungen,
deren Wände sehr schmutzig waren. Wir sahen plötzlich
schwarzen Rauch hinter ein paar Fenstern und dachten: Feuer! Aber es
ist so, dass viele Familien in der Wohnung zum Kochen oder Heizen
Kohlen oder Holz verbrennen.
Kinderheim „Maranatha“
Das
Waisenkinderheim „Maranatha“ baute Pastor Hada im Jahre
1992. Pastor Hada hatte 1990 die klare Vision, ein Waisenkinderheim
zu bauen, als der Kommunismus zerbrach. Er flog sofort nach Amerika,
um dort Geld zu verdienen. Er arbeitete dort hart den ganzen Tag als
Bauer. Damals konnten Ausländer für solche Arbeit nur 3
Doller für eine Stunde verdienen. Aber Herr Hada hat jeden Tag
für 30-40 Dollar gearbeitet und kam nach einem Jahr mit 6000
Dollar nach Rumänien zurück. Dann hat er die Stadtbehörde
gefragt, ob er eine riesige ehemalige Schule der Kommunisten kaufen
könnte. Die Stadtbehörde hat ihm dann zwei dieser Gebäude
mit umliegendem Grundstück für nur 6500 Dollar verkauft!
Pastor Hada sagte: „Das war ein Wunder Gottes!“. Dann hat
er Stück für Stück ein Gebäude renoviert und ein
Waisenkinderheim gebaut.
Jetzt wohnen dort 28 Kinder und 2
angestellte Erzieherinnen.
Im Jahre 2000 hat seine Frau
Josefina eine Kantine gebaut, um an weitere 50 Kinder armer Familien
Essen zu verteilen. Ein paar dieser Kinder kommen weiter als 1 Stunde
zu Fuß von außerhalb der Stadt.
Ich fragte Pastor
Hada, was das Schwierigste dieser Arbeit sei. Er antwortete:
„Tägliches Brot für die Kinder zu bekommen. Es kostet
1 Euro für ein Kind einen Tag zu essen. Wir haben 28 Kinder im
Heim und verteilen Essen für zusätzlich 50 Kinder. Wir
brauchen täglich 78 Euro. Es ist überhaupt nicht einfach
täglich alles zu erfüllen.“
„Oft hatten wir
nichts. Aber jedes Mal hat Gott irgendwie die Kinder versorgt.“
„Der
Vater im Himmel ist der Vater von Kindern. Er sorgt sich wirklich um
die Kinder.“
Als ich das hörte, habe ich an Georg
Müller in England gedacht. Pastor Hada lebt täglich genauso
wie G. Müller.
Das Ziel von „Maranatha“ ist,
dass die Kinder hier eines Tages wieder mit ihren Familien
zusammenleben werden. Dafür besucht Pastor Hada jeden Tag die
Familien der Kinder, um mit ihnen zu reden und ihnen zu helfen. Die
Eltern und die Familie kommen dann jeden Sonntag in die Gemeinde und
hören Gottes Wort. So kommen viele von ihnen zum Glauben.
Als
ich ihm die Spende von Euch gegeben habe, hat er mit Tränen
gedankt mit dem Bibelwort „Was ihr getan habt einem von diesen
meinen geringsten Brüdern, das habt ihr Jesus getan.“
(Matth. 25, 40). Er und seine Kinder beten nun jeden Morgen für
Segen für uns.
Elendsviertel in Hunedoara
Am
nächsten Morgen hat Pastor Hada uns zum Elendsviertel von
Hunedoara gebracht. Dort haben wir ein paar Häuser und Familie
besucht und sie mit Kekse versorgt. Fast alle Familien in Rumänien
haben viele Kinder. Häufig haben sie 7-10 Kinder. Wenn nicht
alle Kinder einer Familie im kleinen Haus schlafen können,
müssen ein paar von ihnen im Stroh des Pferdestalls schlafen.
Bei schlechter Belüftung schlafen in diesen kleinen Wohnungen 9
Kinder auf 2 Betten, u.s.w...
Als Pastor Hada auf der Strasse
erschien, kamen sofort viele große und kleine Kinder zu ihm.
Als er sie fragte: „Was braucht Ihr jetzt dringend?“,
antworteten sie: „Jetzt wird es immer kälter. Wir brauchen
unbedingt Schuhe, Socken und auch Handschuhe!“. Als ich ihre
Füße sah, waren ein paar Kinder ohne Schuhe und viele
Kinder hatten zu kleine Schuhe. Es gab auch Kinder, die einen Eimer
bei sich trugen. Sie sammelten Eisenschrott. Wenn sie 20 kg
Eisenschrott sammeln, können sie ihn für 1 Euro
verkaufen.
12.09.2004(Sonntag) Gerla
Open Bible Church in Gerla
Wir planten, am
12.09. eine Baptistengemeinde eines Dorfes nahe Cluj zu besuchen, um
dort zu dienen. Aber unser Fahrer kam 45 Minuten zu spät. Er
hatte verschlafen. Unterwegs sahen wir klar, dass wir nicht zeitig in
die Baptisten Gemeinde kommen würden. So entschieden wir uns, am
Gottesdienst einer „Open Bible Church“ in Gerla
teilzunehmen. Als wir spontan dort erschienen, nahm ein Pastor Pop
uns herzlich auf. Pastor Pop sprach fließend Deutsch. Er
wollte, dass ich dort singe und Zeugnis gebe, so wie ich in der
Baptistengemeinde gedient hätte. Pastor Pop sagte sogar nach
jedem Lied: „Singen Sie weiter, singen Sie weiter!“. Am
Ende hatte ich ca. 50 Min. gesungen und Zeugnis gegeben. Nach dem
Gottesdienst sagte der Pastor mir, dass er an diesem Sonntag das
ganze Dorf evangelisieren wollte und lud deshalb viele Leute zum
Gottesdiest ein. Er hat sich riesig gefreut, dass Gott dieses Gebet
so wunderbar erhört hat.
Kinderheim
„Sonnenstrahl“
Zufällig hatte Pastor Pop auch
ein „Kinderheim“. Er hatte auch eine Vision im 1990, wie
Pastor Hada, ein Kinderheim zu bauen. Er wollte ein Mädchenheim
bauen, weil er in diesem Jahr viele Mädchen gesehen hatte, die
auf der Straße sich prostituierten, weil ihre Familie arm
waren. So hat er von 1991 bis 1993 in Hannover gearbeitet, um das
nötige Geld zu verdienen. Dieses Heim wurde im Jahre 1996
fertiggebaut. Jetzt gibt es 8 Mädchen im Alter von 15 bis 20
Jahren und 3 helfende Missionarinnen aus der Schweiz. Schön ist,
dass 6 der 8 Mädchen zum Glauben gekommen sind und jetzt die
Leiterinnen der Jugendarbeit der Gemeinde sind. „Dass die
Mädchen mit Gott leben, war mein erstes Ziel, warum ich ein
Kinderheim bauen wollte.“
Er baut nun ein Haus an, damit
mehr Mädchen hier leben können. Aber er hatte kein Geld
mehr im diesem Jahr. Aber er sagte: „Beim alten Haus hat es 5
Jahre gedauert, es zu bauen. Der Anbau wird bestimmt mit Gott und in
Gottes Zeit fertig sein. Ich gehe sowieso mit Vertrauen
weiter.“
Vielen Dank, dass Ihr diesen langen Report
gelesen habt! Betet weiter für Rumänien.
Wer „Maranatha“
oder „Sonnenstrahl“ helfen möchte, sage mir
Bescheid. Wer es sogar besuchen möchte, mit mir oder ohne mich,
ist herzlich willkommen.
Gottes Segen wünsche ich
Euch!
Atsuko